Marie in Russland

So, dass Jahr ist nun vorbei. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass dieses Jahr für mich eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle war. Ein Jahr weg von der Familie, den Freunden, der vertrauten Umgebung, etc… das war ursprünglich alles, was ich wollte. Einfach weg. Von allem. Im Endeffekt habe ich Freunde gefunden und Sachen über mich herausgefunden, die ich sonst wahrscheinlich nie herausgefunden hätte. Das beweist, dass man nie vorhersagen kann, was passiert.

Das Jahr begann ganz simpel und fast langweilig. Ich wurde einer Wohnung zugewiesen, wurde in meine Arbeit eingeschult und das Leben ging so vorbei. Dann ist mein Handy kaputt geworden und ich hatte bis Dezember kein neues. Das war ein kleines Problem, aber ich habe es bewältigen können. Als ich mir allerdings Ende Dezember meinen Fuß brach, war es ein bisschen komplizierter. Die darauffolgende Operation war die erste, die ich je hatte. Ich hatte Glück im Unglück. Ich hatte nur eine Fraktur, die nicht unbedingt groß war. 2 Monate musste ich stillsitzen. Das war schrecklich. Darum habe ich einen kleinen Zwischenstopp in Wien eingelegt, um wieder Energie zu tanken und um eine zweite ärztliche Meinung einzuholen. Gestärkt kehrte ich nach Sankt Petersburg zurück und, nach noch einem Monat, unterging ich eine zweite Operation, damit ich wieder gehen kann, rechtzeitig zur zweiten Visareise nach Helsinki. Was folgte, war ein Städteurlaub mit einem fast noch gehunfähigen Fuß. Ich habe diesen Urlaub geliebt. Und gehasst. Es war ein gesunder Misch-Masch.

Nach diesem Urlaub begann ich wieder, zu Arbeiten und ich verliebte mich immer mehr in meine Arbeit. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit physischen und mentalen Behinderungen ist eine harte, aber erfüllende Arbeit. Jeden Tag fahre ich 2 Stunden zur Arbeit, arbeite für 6 Stunden und fahre 2 Stunden nach Hause. An manchen Tagen kommt man nach Hause, fällt ins Bett und wünscht sich, eine leichtere Arbeit zu haben. Aber die Arbeit, so anstrengend sie auch ist, erfüllt einen. Es ist anstrengend, aber eine gute Form der Anstrengung. Man weiß, dass man etwas Gutes getan hat. Und das wiegt das Ungute voll und ganz auf.

Auch die Kompanie, in der man sich befindet, ist eine gute. Wen man das erste Mal von daheim weg ist, wenn alles Vertraute so fern scheint, dann baut man neue Beziehungen auf. Die Freiwilligen waren für mich wie Familie. Als das ende so nah war, da waren wir alle deprimiert. Zuerst gingen die Franzosen, Remi und Pauline. Dann, nur einen Tag später, Ging Silvia, die Spanierin. So ging es immer weiter. Schrecklich war das. Aber dafür habe ich jetzt sehr viele Kontakte überall. Das Schlechte überwiegt auch hier nicht das Gute.

Im Endeffekt kann ich nur sagen, dass dieses Jahr eines der wichtigsten meines Lebens war. Ich habe sehr viel gelernt, eine Liebe für soziale Berufe entdeckt und viele Freunde gewonnen. Dieses Jahr war eine einzige Bereicherung und ich würde es jedem empfehlen, mal über seinen eigenen Schatten zu springen und in das Unbekannte zu wandeln.

To Infinity and beyond.

 

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