Lisa in Kroatien

Go Europe-Go Zagreb

Ich habe den Europäischen Freiwilligendienst in Zagreb, Kroatien absolviert. Es war eine sehr spontane Entscheidung und ich bin froh, dass ich mich in dieses Abenteuer gestürzt habe.

An einem kalten Februarabend bin ich in Zagreb angekommen. Eine Stadt von der ich kaum etwas wusste, die mir nur als Zwischenstopp auf dem Weg Richtung Süden bekannt war. Am Bahnhof wurde ich von meiner Mentorin Sanja und ihrem Bruder herzlich empfangen. Nachdem wir meine zukünftige Mitbewohnerin vom Busbahnhof abgeholt hatten, waren wir schon am Weg zu unserer Freiwilligenwohnung in der Nähe vom Stadtzentrum. Als wir von unseren zwei anderen Mitbewohnerinnen empfangen wurden und ich erfahren habe, dass ich mir ein Zimmer teilen muss, zum Glück nur temporär, dachte ich für einen kurzen Moment: „Wofür habe ich mich da entschieden?!“. Wie sich herausstellen sollte, war es eine wirklich wichtige und gute Entscheidung für mich.

 

Ausblick aus meinem Zimmer

Ausblick aus meinem Zimmer

 

 

Projekt „Living together“

Ich habe mit einer anderen Freiwilligen aus Ungarn mit Menschen mit Behinderung gearbeitet. Von der ursprünglich vorgesehenen Freiwilligentätigkeit, jeden Nachmittag Besuche in den verschiedenen Wohngemeinschaften zu machen, konnten wir durch Eigeninitiative und große Flexibilität seitens der Koordinatorinnen, neben unseren Wohnungsbesuchen, Kreativ- und Sportkurse für die BewohnerInnen der WGs organisieren. Mir hat die Arbeit großen Spaß gemacht und ich habe gemerkt, wie gerne ich mit Menschen zusammenarbeite.

Nicht nur für uns Volunteers war der interkulturelle Austausch wichtig, auch für viele BewohnerInnen der WGs war es spannend, mit Menschen aus anderen Ländern in Kontakt zu kommen. Ein Klient wollte gerne ein wenig Englisch lernen, eine ältere Dame hat mir immer wieder von ihrem Ausflug zum Weihnachtsmarkt nach Graz erzählt, mich mit „Guten Tag“ und „Grüß Gott“ begrüßt und mit mir zusammen Deutsch geübt. Ein jüngerer Bewohner einer Wohngemeinschaft, ein großer Metal-Fan, war auf mehreren Konzerten in Österreich, von denen er mir stolz seine Bilder gezeigt hat. Auch die Angestellten haben sich gefreut, dass sich Freiwillige für ihre Arbeit interessieren und diese somit auch wertgeschätzt wird, eine Arbeit, die in Kroatien sehr unterbezahlt ist. Natürlich gab es auch Hürden und Missverständnisse, diese konnten aber meistens angesprochen und geklärt werden.

 

Sprachen öffnen Türen

Wie heißt es so schön „Sprachen öffnen Türen“. Diese Türen haben sich mehr und mehr geöffnet, als ich begonnen habe die Menschen um mich herum besser zu verstehen: KlientInnen, mit denen ich einfache Gespräche führen konnte, FreundInnen, die ich mit meinem gebrochenen Kroatisch zum Lachen gebracht habe. Auch zurück in Wien ist mir nochmal bewusst geworden, wie viel Kroatisch, Serbisch und Bosnisch hier gesprochen wird und dass der „Balkan“ tatsächlich in Wien beginnt und ein wichtiger Teil von Wien ist!

Ich habe wunderbare Menschen kennengelernt, mit denen ich heute noch in Kontakt bin. Meine Mitbewohnerin aus Italien, die ich diesen Sommer besuchen werde, KroatInnen, die mir in der kurzen Zeit wirklich ans Herz gewachsen sind, meine Mentorin, meine Kroatischlehrerin, andere Freiwillige, die ich während meiner Zeit in Kroatien kennengelernt habe. Auch die Stadt hat mich immer mehr fasziniert, mit all ihren Gegensetzen und ihrer Improvisationskunst. Sozialistischer Wohnbau, Stichwort „Mamutica“, eines der wichtigsten und größten Bauwerke im ehemaligen Jugoslawiens, trifft auf eine beschauliche Altstadt „Gornji Grad“, stark beeinflusst durch die Architektur Österreich-Ungarns. Auch kulturell hat Zagreb sehr viel zu bieten, Filmfestivals, Gratiskonzerte, politische Veranstaltungen.

Blick auf Kinoleinwand

Kino Europa, „Subversive Festival“ im ältestes Kino von Zagreb

Wenn es am schönsten ist, muss man bekanntlich gehen. Als ich begonnen habe mich ein bisschen mehr vertraut und zu Hause zu fühlen, habe ich eine Jobzusage aus Wien bekommen. Ich ging nach vier Monaten Freiwilligendienst mit einem lachenden und weinend Auge zurück nach Österreich. Ich habe unendlich viel mitgenommen und denke noch oft an meine Zeit in Zagreb. Schließen werde ich mit einem kroatischen Zitat: „Tko ne riskira, ne profitira.“ Wer nicht wagt, gewinnt nicht. Also nur Mut, wagt es, riskiert, stürzt euch ins Ungewisse und genießt es!

 Ausblick über Zagreb

Ausblick über Zagreb

 

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