goEurope – EFD im Ausland

Allgemeines

Der Europäische Freiwilligendienst (EFD) ist Teil des EU-Programms Erasmus+: Jugend in Aktion. Der EFD bietet dir die Möglichkeit, für 2 bis 12 Monate (in besonderen Fällen 2 Wochen bis 2 Monate) ins Ausland zu gehen und bei einem gemeinnützigen Projekt mitzuarbeiten.

Die Teilnahme am EFD ist für Dich kostenlos, Unterkunft, Verpflegung, Taschengeld, Versicherung und ein Sprachkurs werden organisiert und bezahlt. Die Hin- und Rückreise werden durch eine Kostenpauschale gedeckt. Dadurch kann es vereinzelt zu einem Selbstbehalt kommen.

Wer kann teilnehmen?

Einen Freiwilligeneinsatz kannst Du machen, wenn Du zwischen 17 und 30 Jahre alt bist und in Österreich (oder einem anderen EU-Mitglieds- oder Beitrittsland) wohnst. Du musst keine Österreichische Staatsbürgerschaft haben, nur in Österreich gemeldet sein.

Der EFD heißt in Wien Programm MELANGE und ermöglicht eine besondere Vorbereitung und Unterstützung vor, während und nach einem EFD Projekt. Das Programm wird von Grenzenlos in enger Kooperation mit dem Verein wienXtra für die Stadt Wien durchgeführt.

Ob Du gerade mit der Schule fertig geworden bist, studierst, eine Lehre machst, arbeitest oder auf Jobsuche bist, oder nichts von alledem, ist dabei ganz egal. Du brauchst keine bestimmte Schul- oder Berufsausbildung und auch keine Fremdsprachenkenntnisse, um am EFD teilzunehmen. Einzige Voraussetzung zur Teilnahme ist der Besuch einer Info-Veranstaltung und eine Bewerbung.

Junge Menschen, die keine Matura gemacht haben, eine Behinderung haben, oder gerade in einer etwas verzwickten Lebenssituation sind (arbeitslos, kein Schulabschluss, Probleme zu Hause …), werden besonders unterstützt.

Wie lange dauert ein Einsatz?

Ein EFD-Einsatz dauert zwischen 2 und 12 Monaten, in besonderen Fällen sind kürzere Einsätze möglich. So ein besonderer Fall ist z.B., wenn Du zum ersten Mal in ein anderes Land fährst und keine Fremdsprache, auch kein Englisch, sprichst, wenn Du Rollstuhlfahrer_in bist oder aus anderen Gründen eine besondere Betreuung brauchst – wenn also die Einsatzstelle besondere Anforderungen erfüllen und dein Einsatz besonders gut vorbereitet werden muss.

Wo gibt es überall Projekte?

Einen Freiwilligeneinsatz kannst Du in allen EU-Mitgliedsländern machen.

  • EU-Mitgliedsländer sind: (Österreich), Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Malta, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien Schweden, Slowakische Republik, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern.

Außerdem sind folgende Länder möglich:

  • Liechtenstein, Norwegen, Island, Schweiz, Mazedonien, Türkei;
  • Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Serbien; Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldawien, Ukraine, Weißrussland;
  • Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Marokko, Palästina, Tunesien; (derzeit keine Kooperationen mit Organisationen in diesen Ländern)
  • Russland

Was arbeitet man bei einem EFD-Einsatz?

Projekte gibt es in den Bereichen Soziales, Umwelt, Freizeit und Sport, Kunst und Kultur und Medien. Der Großteil sind Projekte im Sozialbereich (Arbeit mit Kindern oder Jugendlichen, mit Menschen mit Behinderung, mit alten Menschen, mit Flüchtlingen, …). Was alle Projekte gemeinsam haben ist, dass sie gemeinnützig und nicht gewinnorientiert sind, sowie eigene Aufgaben für Freiwillige haben. In der Projektdatenbank kannst Du nach EFD-Projekten in Europa suchen.

Du arbeitest etwa 30 Stunden in der Woche im Projekt mit und hast, abhängig von der Dauer deines Einsatzes, Anspruch auf Urlaub (zwei Tage pro Einsatzmonat). Du bist kein Ersatz für eine reguläre Arbeitskraft. Deine Qualifikation ist in erster Linie dein Engagement.

Bis zu einem ganzen Jahr im Ausland zu verbringen gibt Dir die Möglichkeit, viele Erfahrungen zu sammeln und Dich zu verändern.

„Ein Jahr im Ausland ist nicht anders, als ob Du in eine Felswand kletterst. Das Programm ist das Seil, das neben Dir hängt. Manche werden es nutzen, um sich daran festzuklammern, und für andere wird es eine Hilfe sein, um raufzuklettern. Die einen brauchen`s mehr, die andern weniger. Wie immer Du es machst, klettern musst Du alleine.“ (Hannes Rüdisser, EFD-Freiwilliger)
Beispiele für EFD-Einsätze findest Du unter Berichte.

Welche Organisationen sind beteiligt?

Den Förderantrag unterschreiben 2-3 Personen bzw. Organisationen: Grenzenlos als Sendeorganisation (für Dich als Freiwillige_n), die Aufnahmeorganisation und evtl. eine koordinierende Organisation im Ausland. Üblicherweise hast Du nur mit diesen beiden Organisationen Kontakt.

Darüber hinaus gibt es in ganz Europa Nationalagenturen. Sie sind für die ordnungsgemäße Abwicklung des EFD-Programms zuständig und vergeben die EU-Fördergelder für den EFD. In Österreich ist das Interkulturelle Zentrum die Nationalagentur. Mehr dazu hörst Du am Infonachmittag (nächste Infonachmittage siehe auch Seitenleiste)!

Wichtige Informationen für uns und das Projekt

Leidest Du unter Allergien oder Krankheiten, für die Du ständige oder zu bestimmten Zeitpunkten medizinische Betreuung benötigst, besprich Deine Pläne auf jeden Fall mit Deinem Arzt/Deiner Ärztin und informiere auch Grenzenlos. Selbstverständlich behandeln wir diese Informationen vertraulich, müssen aber mit dem Aufnahmeprojekt das Notwendige organisieren.

Im Fall, dass aus dem Verschweigen dieser Informationen Schwierigkeiten entstehen, muss das Aufnahmeprojekt Deine vorzeitige Rückkehr umgehend in die Wege leiten. Sei Dir also bewusst, dass Du für Deine Gesundheit selbst die Verantwortung trägst!

Es gibt keine gesundheitlichen Probleme die grundsätzlich gegen eine Teilnahme sprechen. nachdem vor allem die Aufnahmeprojekte ein hohes Maß an Verantwortung für alle Freiwilligen, ihre Mitarbeiter und Klienten trägt, ist es unerlässlich, dass sie sich darauf entsprechend vorbereiten können.

Welche Leistungen bekomme ich?

Hier eine Auflistung der Leistungen, die Du bekommst:

Seminare

Du wirst zu einem Ausreiseseminar in Österreich [Pre-departure Training] und einem Einreiseseminar [On-arrival Training] und einem Zwischentreffen [Mid-term Meeting] in Deinem Einsatzland eingeladen. Das Ausreisecamp findet üblicherweise an einem Wochenende im Monat vor Deiner Abreise statt. Die Teilnahme am Ausreisecamp ist verpflichtend, sonst kannst Du nicht ausreisen!

Hin- und Rückreise

Deine Hin- und Rückreise wird durch eine Reisepauschale finanziell unterstützt. Manchmal können damit alle Kosten gedeckt werden, in anderen Fällen bleibt ein Selbstbehalt. Der Flug oder die Zugreise wird immer in Absprache mit der Aufnahmeorganisation und uns gebucht.

Es werden nur Kosten übernommen, die für die tatsächliche Hin- und Rückreise anfallen! Das heisst, dass Du, wenn Du während Deines Urlaubs Deine Familie zu Hause besuchst, Du ein eigenes Ticket dafür kaufen musst und die Kosten dafür selbst trägst! Auch Reisen im Aufenthaltsland sind nicht vom Programm gedeckt.

Unterkunft

Die Unterkunft wird Dir vom Projekt zur Verfügung gestellt. Sie kann sehr unterschiedlich sein: Du kannst im Projekt wohnen, z.B. im Flüchtlingswohnheim, wo Du arbeitest, in einem Studierendenwohnheim, in einer Gastfamilie oder in einer Wohngemeinschaft zusammen mit anderen Freiwilligen. Es kann auch sein, dass Du ein Zimmer mit anderen teilst. Die Art der Unterkunft ist nicht wählbar, sondern richtet sich nach den Möglichkeiten Deines Projektes. Erkundige Dich daher immer bei der Projektbewerbung nach den Vorkehrungen, und berücksichtige diese bei der Projektauswahl.

Verpflegung

Auch die Verpflegung wird vom Projekt organisiert: Du hast entweder eine Verpflegungsmöglichkeit am Projekt, z. B. in der Kindergruppe, in der Du arbeitest, oder bekommst das Verpflegungsgeld ausbezahlt. Falls Du bestimmte Essgewohnheiten oder Lebensmittelallergien hast, solltest Du das schon vor Deiner Abreise dem Projekt bekanntgeben.

Lokaler Transport

Auch der lokale Transport muss vom Projekt organisiert werden. Gemeint ist damit der Transport von Deiner Unterkunft zu Deinem Projekt (wenn Du nicht ohnehin im Projekt wohnst.) Das kann z.B. eine Fahrkarte für den lokalen Bus oder ein Fahrrad sein.

Taschengeld

Du erhältst ein monatliches Taschengeld. Wieviel Geld Du bekommst, ist in den einzelnen Ländern unterschiedlich und abhängig von den Lebenskosten im jeweiligen Land. In Österreich etwa sind es € 115,- pro Monat. Am besten Du eröffnest ein Konto in Deinem Gastland, denn üblicherweise wird das Taschengeld auf Dein Konto überwiesen. In Ausnahmefällen wird es auch bar ausbezahlt.

Sprachkurs

Der Sprachkurs wird vom Projekt organisiert: Es kann ein Intensivkurs am Beginn Deines Einsatzes oder ein fortlaufender Kurs, ein Uni-Sprachkurs oder Privatunterricht sein.

Für Projekte in denen die Hauptsprache Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch oder Spanisch ist, gibt es zusätzlich einen Online Linguistic Support (OLS). Für die Teilnahme an diesem Online-Sprachkurs erhälst Du nach Genehmigung deines Projekts Zugangsdaten. Du kannst so Deine Sprachkenntnisse überprüfen und bekommst einen Kurs der an dein Sprachniveau angepasst ist.

Dieser Onlinekurs ist nur eine Unterstützung deines Spracherwerbs und ersetzt den Sprachkurs im Projektland nicht.

Versicherung

Du bist während Deines Einsatzes versichert. Die Versicherung ist für alle Freiwilligen verpflichtend und gleich, sie umfasst eine Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung. Die Kosten für den Arztbesuch oder (verschiedene) Medikamente musst Du vorher auslegen und bekommst sie dann von der Versicherung rückerstattet. Dazu musst Du die Rechnung mit einem Formular bei der Versicherung einreichen. Sollten höhere Kosten entstehen, z.B. ein Spitalsaufenthalt, klärt das die Versicherung direkt mit dem Spital.

Genaue Informationen zu den Versicherungsleistungen findest Du in der Broschüre, die Du zusammen mit Deiner Versicherungskarte zugeschickt kriegst und erhältst Du auch während des Pre-departure Trainings.

Mentor_in

Der/Die Mentor_in ist Deine Ansprechperson am Projekt, insbesondere dann, wenn Fragen oder Schwierigkeiten auftauchen. Die Person verfügt über entsprechende Fremdsprachenkenntnisse (zumindest Englischkenntnisse) und hat auch häufig Erfahrung in der Betreuung von Freiwilligen.

Natürlich kannst Du Dich auch an uns wenden, doch meist sind Probleme besser direkt an Ort und Stelle zu klären. Miteinander rechtzeitig über Probleme zu sprechen ist wichtig für eine gute Zeit mit dem EFD. Vergiss nicht, dass Du auch Deinen Urlaub und freie Tage mit Deinem Projekt absprechen musst.

Zertifikat

Am Ende deines EFD bekommst Du ein Zertifikat, den Youthpass. Dieses Dokument bestätigt dir einerseits Deine Teilnahme und den Zeitraum, andererseits kannst Du hier auch festhalten, welche Lernerfolge und –fortschritte Du während Deiner Zeit im EFD gemacht hast.

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